Kontrolle und Kennzeichnung

Seit dem 1.1.1993 gilt die EU-Öko-Verordnung und definiert die Standards des ökologischen Landbaus. Sie enthält Mindeststandards für Anbau und Verarbeitung und regelt die Kennzeichnung der Produkte und die Kontrolle der Betriebe. Damit soll der Missbrauch der Bezeichnung „Öko“ unterbunden werden.

Seit Mitte 2000 gilt die EU-Öko-Verordnung neben pflanzlichen auch für tierische Erzeugnisse. Darin festgelegt ist z.B. wie viele Tiere pro Hektar gehalten werden dürfen sowie die Mindestflächen für Auslauf- und Stallflächen, Futtermittel usw. Damit besteht für den ökologischen Landbau in der EU ein einheitlicher Standard für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel sowohl pflanzlicher als auch tierischer Herkunft. Die Einhaltung der Bestimmungen der EU-Öko-Verordnung wird durch zugelassene Kontrollstellen gesichert.

1. Anbau

Die EU-Öko-Verordnung regelt, wie der Pflanzenanbau genau zu erfolgen hat, ob und welche Dünge- oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen und welche Sorten in der Fruchtfolge angebaut werden. Was in den Positivlisten nicht aufgeführt ist, darf nicht auf´s Feld.

2. Verarbeitung

In der EU-Öko-Verordnung ist genau geregelt nach welchen Kriterien Erzeuger und Verarbeiter produzieren müssen und welche Stoffe dabei verwendet werden dürfen. Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, darf auch nicht verwendet werden. Das gilt auch für sämtliche Zutaten, nicht landwirtschaftlichen Ursprungs d.h. chemisch hergestellte Zutaten, wie beispielsweise Salz oder Natriumcarbonat (Backtriebmittel).

3. Kennzeichnung

Irreführende Bezeichnungen sind gemäß EU-Öko-Verordnung unzulässig. Im Klartext heißt das: Wo „Bio“ oder „Öko“ draufsteht, ist auch „Bio“ oder „Öko“ drin. Dies wurde in einem Urteil vom Europäischen Gerichtshof am 14.07.2005 auch für alle anderen EU-Amtssprachen bestätigt.

4. Kontrolle

Alle lebensmittelherstellenden Betriebe unterliegen der Kontrolle der amtlichen Lebensmittelüberwachung der dafür zuständigen Landesbehörden. Zusätzlich muss sich jeder Betrieb, ob Landwirt, Verarbeiter oder Importeur vorgeschriebenen Kontrollen unterziehen, die in Deutschland von staatlich zugelassenen privaten Kontrollstellen durchgeführt werden. Diese Kontrollstellen erhalten eine bundesweit gültige Kontrollstellennummer.

5. Einfuhr aus Drittländern

Auch Öko-Produkte aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten, aus sogenannten Drittländern, unterliegen strengen Kontrollen, die denen nach der EG-Öko-Verordnung gleichwertig sind. In den Anbauländern kontrollieren Inspekteure vor Ort die Betriebe. Jedes zu exportierende Öko-Lebensmittel durchläuft dabei ein Zulassungsverfahren. Und in Deutschland werden die Produkte nochmals auf richtige Etikettierung kontrolliert.